Padew Newspaper Articles 1900-1919

Padew 1904

Sulichow church gifted

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Mar 1904, p. 9.
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Die Sulichower Gemeindeversammlung hat einstimmig beschlossen, das in den Jahren 1901 und 1902 mit einem Aufwand von 7294 Kronen neuerbaute Kirchlein in Sulichow, bzw. das Material desselben der Schulgemeinde Padew (Pfarrsprengel Hohenbach) geschenkweise zu überlassen. Durch dieses dankenswerte Geschenk geht der lang gehegte, sehnliche Wunsch unserer Gemeinde nach einem eigenen Gotteshause in unverhoffter Weise seiner baldigen Verwirklichung entgegen. Die Kirche wird in der Nähe der Schule in Mittel-Padew errichtet werden.

Padew 1904

Church consecration

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Nov 1904, p. 9.
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Kirchweihe.

Am 6. November soll hier die Weihe des neuen Kirchleins durch Herrn Senior Zipser vollzogen werden. Leider verursachte die Errichtung des uns von der aufgelösten Sulichower Gemeinde geschenkweise überlassenen Kirchleins eine Schuld von 1600 Kronen, ohne dass wir alle nötigen Einrichtungsstücke anzuschaffen vermochten.

Padew 1904

Church consecration

Source: Evangelische Kirchen-Zeitung für Österreich, 15.11.1904, p. 13.
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Kirchweihe.

Die Weihe unseres neuen Kirchleins wurde am 6. November durch Senior Zipser aus Hohenbach vollzogen. Das Gebäude ist bekanntlich ein Geschenk der Sulichower Gemeinde, welche sich infolge der Auswanderungsbewegnng aufgelöst hat.

Padew 1904

Church consecration

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Dec 1904, p. 9-10.
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Kirchweihe.

Wie schon früher berichtet wurde, ist unsere Kirche, welche am 6. November durch Herrn Senior Zipser zu ihrer heiligen Bestimmung eingeweiht wurde, zum Teil aus dem Material des ehemaligen Sulichower Kirchleins errichtet, jedoch nach Bedarf erweitert worden. Das Ganze ist ein netter Holzbau auf gemauertem Untergrund, die Wände sind mit Brettern verschalt, lichtbraun angestrichen, das Kirchdach mit Dachziegeln, der Turm mit Blech gedeckt. Der Innenraum hat keine wesentliche Veränderung erfahren., ist licht und freundlich. Um den Bau haben sich der Gemeindevorstand Herr Joh. Heinrich Konrad und die Presbyter Joh. Wilhelm Konrad und Heinrich Numrich besonders verdient gemacht. Am Festtage waren von Hohenbach, Reichsheim, Goleszow und anderen Gemeinden zahlreiche Gäste erschienen. Nach Erschließung des Gotteshauses zeigte sich bald, dass dasselbe die Menge der Erschienenen kaum zu fassen vermochte, obgleich leider die unversöhnlichen Unter-Padewer wie an der Errichtung, so auch bei der Einweihung der doch für die ganze evang. Gemeinde in Padew bestimmten Andachtsstätte ostentativ sich nicht beteiligt haben aus Groll darüber, dass dieselbe nicht in ihre Mitte gekommen, sondern nach Entscheidung des hohen Oberkirchenrates aus naheliegenden Gründen in der Mitte der ganzen Gemeinde in der nächsten Nähe der evang. Schule erbaut worden ist.

Nach Absingung des Anfangsliedes hielt der Herr Senior die Weiherede mit Zugrundelegung des Psalmwortes 118, 24 und vollzog die Weihe des Gotteshauses und seiner einzelnen Teile. Die Festpredigt behandelte auf Grund des Ps. 84, 2-3 das Thema: Warum das Gotteshaus uns lieb sein soll. Antwort: Weil es dem vom Unglück Gebeugten Trost und Erhebung, den vom Gewissen Gequälten Versöhnung und Frieden, und dem vom Glück Gesegneten wahren Segen bringt und rechtes Gedeihen. Nach dem Hauptgebete wurden der Gemeinde die innigen Segenswünsche des Superintendenten vermeldet und das mit einer Festgabe von 300 Mark zur Schuldentilgung begleitete Beglückwünschungsschreiben des hochlöblichen Zentralvorstandes mitgeteilt; auch wurde mehreren Freunden für diverse Spenden gebührend gedankt, unter Anderen auch in Amerika weilenden Gemeindegenossen, welche aus Freude über die endliche glückliche Errichtung einer eigenen Andachtsstätte in ihrer Heimatgemeinde Sammlungen veranstaltet und als bisheriges Erträgnis etwas über 260 Kronen gesendet hatten.

Die Frage, wie oft der Seelsorger behufs Abhaltung weiterer Gottesdienste nach Padew wird zu kommen vermögen, ist noch nicht geklärt. Hoffentlich wird die Filiale Reichsheim, deren Hälfte Padew bisher gewesen ist, der letzteren Gemeinde einige Gottesdienste abtreten, welche den Padewer Gemeindegenossen zur Hebung des kirchlichen Sinnes nottun und gewiss zum Segen gereichen werden.

Padew 1909

Election of teacher Franz Kranl

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Mar 1909, p. 13.
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Anstelle des als Oberlehrer nach Hohenbach übersiedelten Lehrers Jakob Kintzi wurde als Schulleiter nach Padew Lehrer Franz Kranl aus Kladrau bei Mies (Böhmen) berufen. Derselbe hat die Lehrerbildungsanstalt in Eger absolviert, war Lehrer an mehreren Orten Böhmens, dann in Argentinien, von wo er aber des Klimas wegen zurückkehrte.

Padew 1912

Baptism celebration for Philipp and Katharina Duy’s firstborn son

Source: Deutsches Volksblatt für Galizien, 19.04.1912, p. 3.
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Kindstaufe.

Am 10. März laufenden Jahres feierte das Ehepaar Philipp und Katharina Duy in Unter-Padew die Taufe ihres ersten Söhnchens. Zu diesem Fest hatten sich zahlreiche Gäste aus der Nachbargemeinde Hohenbach und aus Padew selbst eingefunden und bald entwickelte sich bei Gesang und Spiel echt deutsche Gemütlichkeit. Hierbei wurde aber auch unseres Bundes gedacht und für denselben ein Betrag von 4,87 Kronen gesammelt.

Padew 1912

Report on the general assembly of the local Bund organization

Source: Deutsches Volksblatt für Galizien, 19.04.1912, p. 3-4.
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Hauptversammlung.

Am Ostersonntag, am 7. dieses Monats, hielt unsere Ortsgruppe endlich ihre Jahreshauptversammlung ab. Dieselbe war von 14 Mitgliedern und einigen Gästen besucht. Namens des Obmannes begrüßte der Schriftführer die Erschienenen, wies auf die Bedeutung des Bundes für uns Deutschgalizier, sowie auf dessen Erfolge hin und gab dem Wunsch Ausdruck, dass auch in unserer Ortsgruppe sich im neuen Vereinsjahr regeres Leben entwickeln möge. Bei der hierauf vorgenommen Neuwahl wurde der alte Vereinsvorstand, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Bundesleitung, einstimmig wiedergewählt. Von den Anwesenden erlegten 12 Mitglieder sogleich ihren Beitrag. In der Wechselrede wurde angeregt, an die Bundeslei­tung mit dem neuerlichen Ersuchen heranzutreten, auch in die hiesige Gemeinde endlich einmal einen Vertreter zu entsenden. Es wurde auch die Notwendigkeit betont etwa mit der Gemeinde Reichsheim gemeinsam eine Raiffeisenkasse zu gründen und soll der Vorstand diesbezügliche Verhandlungen pflegen. Zum Schluss dankte der Schriftführer den Anwesenden für ihr Erscheinen und ersuchte um rege Beteiligung an den künftigen Versammlungen, denn durch das öftere Beisammensein und die gemeinsamen Beratungen werde auch so mancher alte Groll in der Gemeinde schwinden. Einigkeit aber, sei gerade in Padew erforderlich.

Padew 1912

School Association Festival

Source: Deutsches Volksblatt für Galizien, 28.06.1912, p. 3.
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Schulvereinsfest.

Am 27. Mai laufenden Jahres fand auch in der hiesigen Gemeinde aus Anlass der Wiederkehr des Gründungstags des deutschen Schulvereins eine Festfeier statt. Um 3 Uhr nachmittags ver­sammelten sich die Schulkinder, sowie deren Eltern und Geschwister im Schulzimmer. In seiner Ansprache wies Lehrer Machmer auf die Be­deutung des Fests für die Deutschen hin, indem er die Arbeit des Schulvereins schilderte, legte die Gründe dar, welche seinerzeit zur Gründung desselben veranlassten, und forderte schließlich die Anwesenden auf, des Jubilars, der auch die hiesige Gemeinde schon wiederholt bedacht habe, treu zu gedenken. Verschönt wurde die Feier durch den Vortrag von entsprechenden Liedern und Gedichten seitens der Schulkinder. Eine unter den Anwesenden eingeleitete Sammlung zugunsten des Schulvereins ergab den Betrag von 8,03 Kronen, welcher durch Ver­mittlung des Bunds seinem Zweck zugeführt wird.

Padew 1912

Meeting of the local Bund organization

Source: Deutsches Volksblatt für Galizien, 05.07.1912, p. 3.
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Versammlung der Bundesortsgruppe.

Am 29. Mai wurde unsere Gemeinde vom Wanderredner des Bundes, Herrn Linnert, besucht. Aus diesem Anlasse fand im Schulhaus eine Versamm­lung der Ortsgruppe statt, zu welcher, obwohl an einem Wochentag, außer den Mitgliedern auch die meisten übrigen Bewohner des Ortes, darunter viele Frauen und Kinder erschienen waren. Lehrer Machmer eröffnete die Versammlung, indem er den Anwesenden Herrn Linnert vorstellte und der Freude der Padewer Ausdruck gab, darüber, dass die­selben endlich einmal einen Vertreter des Bundes in ihrer Mitte be­grüßen können. Zugleich sprach er die Hoffnung aus, die Versammlung möge zur Vertiefung des nationalen Bewusstseins unter den hiesigen Deutschen beitragen. In seiner Rede schilderte Herr Linnert das deut­sche Besiedlungswesen, dessen Zweck und die heutige bedrängte Lage der deutschen Ansiedler in den verschiedensten Ländern, insbesondere jener Galiziens, und forderte zum innigen Anschluss an den Bund auf. Sozusagen als Erkenntlichkeit für die formvollendeten Ausführungen fanden die hierauf aufgelegten Bundesgegenstände, Abzeichen, Bleistifte und Karten, bedeutenden Absatz. Über Wunsch der Versammlung gab Herr Linnert auch Aufschluss über den Vorgang bei Gründung einer Raiffeisenkasse. Zum Schluss dankte Lehrer Machmer Herrn Lin­nert für seine Ausführungen und versicherte, dass die Deutschen Padews die Arbeit des Bunds vollauf zu würdigen wissen und stets treu zu demselben halten werden. Mit dem Absingen des deutschen Weihe­liedes „Stimmt an” fand die Versammlung ihren würdigen Abschluss.

Padew 1913

Visit of German school association teacher Karl Sonnenberg

Source: Deutsches Volksblatt für Galizien, 13.06.1913, p. 5.
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Freitag, den 23. Mai laufenden Jahres, besuchte Herr Wanderlehrer Sonnenberg vom deutschen Schulverein unsere Gemeinde. Der Gast kam in früher Morgenstunde an und sofort wurde eine Versammlung in das Schulgebäude einberufen. Alt wie Jung folgte in stattlicher Anzahl dem ergangenen Ruf, so dass das geräumige Klassenzimmer bald gefüllt war und die Versammlung etwa um 10 Uhr vormittags eröffnet werden konnte. Dies geschah, indem Kurator Heinrich Duy na­mens des Presbyteriums und der Gemeinde den Gast herzlichst will­kommen hieß. Darauf ergriff Herr Sonnenberg das Wort, dankte für die freundlichen Worte der Begrüßung und schilderte in markigen Worten die Lage des Deutschtums in den verschiedensten Weltgegenden, den Kampf des Deutschen mit seinen mannigfachen Widersachern und wie ihn nur eines vor dem Aufgehen in anderen Nationen bewahren könne: Das zähe Festhalten an seiner teuren Muttersprache. Von unseren Volksgenossen katholischer Konfession war leider nur ein Vertreter er­schienen, welchen Herr Sonnenberg in dringenden Worten aufforderte, unter seinen Glaubensgenossen dahin zu wirken, dass sie das 4. Gebot durch Hochhaltung ihrer deutschen Muttersprache erfüllen. Nachdem noch Herr Sonnenberg die Bedeutung der genossenschaftlichen Vereini­gungen für die wirtschaftliche Erstarkung der Deutschen gekennzeichnet hatte, schloss er seine mehr als 1,5-stündigen Ausführungen. Hierauf dankte der Ortslehrer dem Redner für seine lichtvollen Ausführungen und bat, Herr Sonnenberg möge auch dem Hauptvorstand des Deutschen Schulvereins, der ja allen Anwesenden als großer Wohltäter auch der hie­sigen Gemeinde bekannt sei, den wärmsten Dank für das neuerdings bewiesene Wohlwollen überbringen. Mit dem Absingen des deutschen Weihelieds „Stimmt an” fand die erhebende Versammlung ihr Ende. Eine am Schluss eingeleitete Sammlung zugunsten des Deutschen Schulvereins ergab 12 Kronen, welcher Betrag bereits seiner Bestimmung zugeführt wurde.

Nachmittags besuchte Herr Sonnenberg die deutsch-katholische Nach­bargemeinde Josefsdorf. Leider kam es infolge der allzu großen Lauheit der dortigen Deutschen, die schon gänzlich im polnischen Fahrwasser schwimmen, zu keiner Versammlung und es konnte Herr Sonnenberg nur mit einzelnen Bewohnern in Fühlung treten. Doch gibt der Schul­verein auch diese Gemeinde noch nicht auf, sondern will sie durch einst­weilige Einrichtung eines deutschen Sprachkurses für die schulpflichtige Jugend zu retten suchen. Durch die Pflege der deutschen Muttersprache soll auch das deutsche Herz wiedergewonnen werden.

Gott gebe auch hier der deutschen Sache den Sieg!

Padew 1913

Visit of a hiking group

Source: Deutsches Volksblatt für Galizien, 29.08.1913, p. 4.
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Besuch.

Freitag, den 22. August nachmittags, marschierten durch unser Dorf 4 fremde Herren und nahmen bei Herrn Lehrer Machmer Quartier. Unsere Vermutung, dass dies die Fußwanderer seien, wurde bestätigt, als abends eine Versammlung einberufen wurde. Dieselbe war zwar nicht zahlreich besucht – die Feldarbeit hielt viele ab – aber wer kam, war mit dem Gehörten zufrieden. Herr Koch sprach über deutsche Treue und Einigkeit in den einzelnen Siedlungen, deren Lage und Stellung zum Bund. Herr Dümler klärte einige unrichtige An­sichten über die Anwendung des Kunstdüngers auf. Spätabends nahm die Versammlung ein Ende. Am nächsten Morgen zogen die Wanderer weiter über Tuszow und Schönanger Hohenbach zu.

Padew 1915

War report by Jakob Numrich

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, 15.07.1915, p. 15-16.
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Wir erhalten von Herrn Jakob Numrich, Landwirt in Padew, bisher als Flüchtling in Oberösterreich untergebracht gewesen, den nachstehenden Bericht aus Padew, wohin er am 14. Juni zurückgekehrt ist: “…Da ich schon am 14. Juni zuhause angekommen bin und auch meine Lieben wohlbehalten angetroffen habe, drängt es mich, Ihnen, hochwürdiger Herr Pfarrer, für Ihre Güte und väterliche Fürsorge zu danken, die Sie uns in der Ferne erwiesen haben. Wollte Gott, dass ich unsere Dankbarkeit bald auch in der Tat beweisen könnte. So Gott will, werde ich zeigen, dass ich treu deutsch-evangelisch bin, und werde zu Ihren wohltätigen Zwecken mein Scherflein beitragen. Schon heute möchte ich gern für das liebe “Gemeindeblatt” etwas spenden, doch nimmt es die Post leider noch nicht an, werde es also später einsenden. Habe ich es doch Ihnen, hochwürdiger Herr Pfarrer, zu danken, dass ich aus den Chotzener Baracken herauskam zu den lieben Leuten in Oberösterreich, wo es mir so gut war! Meine Wirtschaft schaut nicht so schlimm aus – wir können unserem Gott nicht genug danken, dass uns bisher noch nichts gemangelt hat. Ich erlaube mir, hieran einen kleinen Bericht zu schließen über die Russenzeit in Padew: Der Feind kam hieher am 6. November 1914 und war hier die ganze Zeit über bis zum 12. Mai 1915, bis wir von ihnen befreit wurden. Es waren traurige Zeiten: Getreide, Vieh, Heu usw., alles wurde um ein Spottgeld weggenommen. Die Russen waren furchtbar unsauber – wäre es nicht glücklicherweise im Winter gewesen, so wissen wir nicht, was daraus hätte entstehen können. Sie wählten sich im Dorfe ihren eigenen Gemeindevorsteher und schalteten und walteten, wie es ihnen gefiel. Mordtaten sind hier nicht vorgekommen, dafür gab es aber reichlich Prügel und es sind viele, die ohne Grund ausgepeitscht wurden. Natürlich mussten sich die armen Leute all das ruhig gefallen lassen, denn eine Gerechtigkeit gab es nicht. Uns Evangelischen erging es am schlimmsten, denn wir hatten weder Pfarrer noch Lehrer. Kamen Todesfälle in der Gemeinde vor, so musste der Tote ohne geistliches Geleit begraben werden. Die Leute aus der unteren Kolonie konnten ihre Toten nicht mal auf den Friedhof bringen. Unsere Herzen sehnten sich unendlich nach Gottes Wort, doch war niemand da, es zu verkündigen und in dieser schweren Zeit mit dem einzigen Trost zu trösten. Unser Kirchlein blieb gottlob unversehrt, aber im Schulhaus haben die Russen das Kaiserbild zerschlagen, Bücher und Gerätschaften usw. vernichtet und verbrannt – es war ein wildes, rohes Volk! Aber wir wollen alles Erduldete gern überwinden und vergessen, wenn uns nur unser Gott zum Siege hilft – die Zukunft wird sich dann schon besser und schöner gestalten und die Wunden des Krieges heilen!…”

Padew 1917

Death of teacher Philipp Machmer

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, 01.02.1917, p. 12.
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Lehrer Machmer ✝.

Am 9. Januar ist Lehrer Philipp Machmer im Alter von 36 Jahren an Herzschlag gestorben. Mit ihm ist einer unserer besten und tüchtigsten Lehrer dahingegangen. Machmer war ein gebürtiger Josefower und wirkte, nachdem er sich in der Bielitzer Lehrerbildungsanstalt zu seinem Beruf vorbereitete, zunächst an der Schule in Nikelsdorf in Schlesien. Die Liebe zu seinem Heimatland führte ihn aber nach einer Reihe von Jahren wieder nach Galizien zurück. Sieben Jahre war er in Padew als Lehrer tätig und erwarb sich durch seinen geraden Charakter und unermüdlichen Pflichteifer die Achtung und Liebe der ganzen Gemeinde. Bei Kriegsbeginn war er zu den Fahnen geeilt und kämpfte an mehreren Schlachten in Polen mit. Im vergangenen Herbst wurde er endlich vom Militär beurlaubt, um in seiner Gemeinde den Unterricht wiederaufzunehmen. Nie­mand hätte es ahnen mögen, dass ein jäher Tod seiner Wirksamkeit so bald ein Ende machen würde. Die Beerdigung fand am 11. Januar unter überaus zahl­reicher Beteiligung der Gemeinde statt. Auch die Kollegen des Verblichenen aus Reichsheim und Hohenbach waren gekommen, um ihm die letzte Ehre zu er­weisen. Machmer hinterlässt eine Witwe und vier Kinder, die durch den herben Verlust in tiefste Trauer versetzt sind.

Padew 1917

Revival of school life after death of teacher Philipp Machmer

Source: Deutsches Volksblatt für Galizien, 21.06.1917, p. 7.
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Unsere Gemeinde liegt inmitten einer geschlossenen großen polnischen Gemeinde. Herr Lehrer Philipp Machmer musste zur ersten Mobilisierung einrücken, bis er im Monat November enthoben wurde. Nun fing die Gemeinde wieder ein wenig an zu blühen, der regelmäßige Gottesdienst und Schulunterricht kam ins Leben. Nun wollte das Unglück, dass unser verehrter, so sorgfältig arbeitender Lehrer im Monat Januar plötzlich starb. Unser hochwürdiger Herr Pfarrer Wagner in Hohenbach bestrebte sich um die Anstellung einer Schulschwester, die den Schulunterricht wieder aufnahm. Den Gottes­dienst vollzog bis dahin Herr Kurator W. Konrad. Heil der lieben Schulschwester, möge ihr alles zum Glück gedeihen! Heil auch dem sorgsamen Presbyterium!

Padew 1917

School exams in wartime

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, 15.07.1917, p. 9-10.
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Schulprüfung.

Am 1. Juli fand bei uns als Abschluss des Schuljahrs wieder eine Schulprüfung statt, die erste seit Kriegsbeginn. Zu derselben hatten sich auch unser Herr Pfarrer aus Hohen­bach, sowie der größere Teil der erwachsenen Ge­meindeglieder eingefunden. Obgleich der Schulbetrieb seit drei Jahren so gut wie lahmgelegt war, zeigte die Prüfung, dass Schulschwester Karoline Dörn, die seit zwei Monaten unsere Kinder unterrichtet, einen schönen Unterrichtserfolg aufzuweisen hat. Es war eine Freude zu hören, wie schlagfertig die Schüler auf die Fragen in den einzelnen Gegenständen antworteten, wie sicher sie die eingeübten Lieder sangen und wie gewandt sie Gedichte aufsagten. Der Herr Pfarrer richtete nach der Prüfung an die Kinder herzliche Worte und der Herr Kurator dankte zum Schluss der Schulschwester im Namen der Gemeinde für die Mühe, die sie so erfolg­reich an den Unterricht gewandt hatte.

Padew 1918

Christmas festivities

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, 01.02.1918, p. 10.
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Weihnachtsfeier.

Am Heiligen Abend versammelte sich die ganze Gemeinde im Kirch­lein. Zweistimmige Lieder wurden von den jungen Mädchen gesungen und Gedichte vorgetragen. Am 25. Dezember, also am ersten Feiertag, abends fand die Weihnachtsfeier für die Kinder statt. Die jungen Mädchen und Kinder der Gemeinde führten ein kleines Weihnachtsstück auf, welches große Freude hervorrief. Der Ertrag dieses Abends im Betrage von 80 Kronen wurde dem Diakonissenhaus Sarepta zur Erhaltung der kleinen Waisenkinder zugeführt.

Padew 1918

Confirmations and end of school year

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, 01.08.1918, p. 9.
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Konfirmation. – Schulschluss.

Am 16. Juni fand in unserem kleinen Kirchlein die Konfirmation von sieben Kindern unserer Gemeinde statt. Zu dieser Feier besuchte auch unsere Frau Pfarrer zum ersten Mal unsere Gemeinde. – Am 30. Juni fand in unserem schönen, festlich geschmückten Schulsaal die diesjährige Schulprüfung und Schlussfeier statt. Die Prüfung wurde von Liedern und patrioti­schen Gedichten umrahmt und nach der Ansprache an die Kinder bildete ein Gebet, in dem besonders unserer tapferen Krieger gedacht wurde, den Schluss der schönen Feier.

Padew 1918

Death of Wilhelm Konrad

Source: Deutsches Volksblatt für Galizien, 17.10.1918, p. 2.
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Todesfall.

Eine tief erschütternde Todesnachricht ist in den letzten Tagen in unserer Ge­meinde eingetroffen. Am 1. Gilbhart (Oktober) ist Wilhelm Konrad, Patrouilleführer beim k. u. k. Infanterie-Regiment Nr. 40, in­folge eines hohen Malariafiebers, das er sich in den letzten Tagen seines Lebens auf dem italienischen Kriegs­schauplatz zugezogen hat, in Sesanna bei Triest gestorben. Wilhelm Konrad ist der Sohn des Grund­wirts Heinrich Konrad. Frisch und mutig eilte er zu Beginn des Krieges zur Fahne und kämpfte 34 Mo­nate lang tapfer und treu für das geliebte Vaterland. Er starb im 24. Lebensjahr. Durch sein liebe­volles und bescheidenes Verhalten war er in der Ge­meinde, sowie auch in der Umgebung, sehr beliebt und wird daher auch von allen, die ihn kannten, aufs Tiefste betrauert. Sein Andenken wird bei uns stets in Ehren gehalten.