Hohenbach Newspaper Articles 1900-1919

Hohenbach 1904

Teacher departure

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Feb 1904, p. 7.
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Lehrer Fuchs.

Mit schwerem Herzen schied am 29. Januar diesen Jahres Herr Schulleiter Andreas Fuchs aus unserer Mitte, um seine neue Stelle als definitiver Lehrer an der öffentlichen Schule in Ober-Kurzwald bei Bielitz anzutreten. Mit noch größerem Leidwesen mussten wir den Mann von dannen ziehen sehen; wir konnten ihn leider nicht zurückhalten, weil ihm die Arbeit an der großen Kinderschar (heuer wieder 128) nachgerade zu schwer geworden war und die Gemeinde ihm eine Hilfskraft an die Seite zu geben leider nicht vermochte. Bis Schluss des laufenden Schuljahres ist bereits für eine entsprechende Vertretung Vorsorge getroffen worden.

Hohenbach 1905

Wedding

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Mar 1905, p. 8.
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Trauung.

Am 21. Februar fand in der hiesigen Kirche die Trauung des Fräuleins Mila Zipser mit dem Realitätenbesitzer in Neu-Sandez Herrn Heinrich Hans durch den Vater der Braut, unseren verehrten Seelsorger Herrn Senior Karl Zipser in feierlicher Weise statt.

Hohenbach 1905

Teacher election

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Aug 1905, p. 7.
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Lehrerwahl.

Zum hiesigen Schulleiter wurde Herr Johann Roland aus Romanowka gewählt. Derselbe hat am 1. August sein Amt anzutreten. Möge die Wahl der Gemeinde zum Segen gereichen.

Hohenbach 1906

Fire disaster

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Jan 1906, p. 7.
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Brandunglück.

Das Presbyterium der Gemeinde Hohenbach hat nachfolgenden Aufruf ausgehen lassen:

Ein schweres Unglück hat die evangelische Koloniengemeinde Hohenbach betroffen und drängt die Vertreter derselben kräftige Handreichung zu erbitten.

Am 27. November vorigen Jahres brach um 2 Uhr nachts in unserer Kolonie, deren Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude wegen mangelnden Raumes leider zu dicht bei einander stehen und noch zumeist aus Holz erbaut und mit Stroh gedeckt sind, von unbekannter Frevlerhand gelegt, ein Brand aus, welcher bei heftigem Sturmwind und dem anfänglichen Mangel an Hilfe, ringsum immer neue Nahrung findend, mit außerordentlicher Schnelligkeit sich ausbreitete und die ganze Ortschaft mit Verderben bedrohte.

Vor dem Äußersten hat Gott zwar gnädig uns bewahrt; den außerordentlichen Anstrengungen der Gemeindegenossen und zu Hilfe geeilten Feuerwehren aus der Umgebung gelang es dem verheerenden Elemente endlich Einhalt zu tun, wofür wir dem himmlischen Vater nicht genug zu danken vermögen. Gleichwohl ist das Unglück ein schweres und groß der Schaden. Der 9. Teil unserer freundlichen Kolonie ist zerstört, 6 Wohnhäuser mit nahezu allem Hausrat, 23 Wirtschaftsgebäude samt allen eingeheimsten Feldfrüchten und Futtervorräten sind dem grausamen Elemente zur Beute geworden; 7 Familien sind brot- und obdachlos geworden, 23 Kinder, welche wegen mangelnder Bekleidung und Beschuhung der Schule fernzubleiben gezwungen sind, rufen hungernd nach Brot und ihren armen Eltern will das Herz schier brechen, dass sie das Nötige ihnen zu reichen nun außerstande sind. Die so schwer Geprüften stehen aller Mittel bar vor den öden, dem Erdboden gleichgemachten Stätten und sind um so tiefer zu beklagen, da ihre Gebäude viel zu niedrig, die Feldfrüchte nur zum Teil, Vieh, Kleidung, Wäsche, Haus-, Ackergeräte und dergleichen aber – Gott sei es geklagt! – gar nicht versichert waren und die Bedauernswerten kurz vor Winters Anfang ohne Obdach, ohne Nahrung für sich und das unentbehrliche Nutzvieh, und ohne Mittel dastehen, preisgegeben unsagbar herber, bitterer Not. Wohl suchen die von solchem Unglück diesmal wie durch ein Wunder verschont Gebliebenen die entsetzliche Notlage ihrer schwer geprüften Gemeindegenossen nach Tunlichkeit zu lindern, jedoch sind unsere eigenen Kräfte nur allzu schwache und alle unsere Anstrengungen der Größe des Elends nicht gewachsen, da ja unsere Gemeinde einen harten Kampf ums Dasein kämpft, zu Flussregulierungszwecken in diesem und den nächsten 5 Jahren je 794 K, zur Trockenlegung der ringsum befindlichen Sümpfe aber in den nächsten beiden Jahren je 5000 K aufzubringen hat, deshalb manche dringende Aufgaben zu lösen nicht vermag und trotz aller Opferwilligkeit fehlt selbst zur Erhaltung ihres Kirchen- und Schulwesens fortwährend der Handreichung bedarf, nun umso mehr, nachdem die armen, so schwer geprüften Gemeindemitglieder längere Zeit hindurch für Kirche und Schule nichts zu leisten werden imstande sein und dies einen empfindlichen Ausfall bedeutet. Ach unsere Not ist groß und bitter, weit größer, als sie sich mit kurzen Worten darstellen lässt. Wir müssten verzagen, wenn wir unsere Hoffnung nicht setzen dürften auf den großen treuen Gott und Vater, welcher unsere Gemeinde so schwer geprüft, aber auch mit seinem Schilde gedeckt hat, und auf die liebreichen Werkzeuge seiner Gnade, welche Gutes zu tun besonders an des Glaubens Genossen als ihre herrliche Aufgabe ansehen. Darum wagen wir denn auch an Sie verehrte, teure Glaubensgenossen, die flehentliche Bitte zu richten: Erbarmen Sie sich der entsetzlichen Not unserer unglücklichen Gemeindegenossen, helfen Sie die Tränen derselben trocknen und deren bekümmerte, aber auf Gottes und teurer Gönner liebreichen Beistand zuversichtlich hoffende Herzen trösten, stärken und erheben. Das walte Gott, der den Worten unseres Flehens Kraft verleihen und Ihnen, teure Gönner, mit seinem reichsten besten Segen vergelten möge, was Sie an den Ärmsten unserer Armen in christlicher Liebe und Barmherzigkeit zu tun die Güte haben wollen!

Hohenbach 1907

School

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Feb 1907, p. 10.
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Schule.

Die hiesige evangelische Volksschule mit Öffentlichkeitsrecht wird in diesem Schuljahre von 123 Kindern besucht. Dazu kommen noch 22 Fortbildungsschüler, sodass der hiesige Lehrer eigentlich 145 Schüler zu unterreichten hat. Diese beträchtliche Schülerzahl ist bereits seit 10 Jahren konstant die gleiche und ist nicht vorauszusehen, dass dieselbe in Zukunft abnimmt. Die Arbeitsleistung ist für einen Lehrer zu groß, sodass er seine Kraft und Gesundheit frühzeitig aufreiben muss. Dass das Lehrziel mit so großer Schülerzahl trotz eifrigster Arbeit und strengster Pflichterfüllung kaum zu erreichen ist, wird man begreiflich finden. Die Schuljugend der polnisch-katholischen Bevölkerung wird in der nur 5 Minuten von hier entfernten 4-klassigen öffentlichen Volksschule unterrichtet, so dass diese unsere Deutschen an Schulbildung bald überragen wird. Die Erweiterung unserer evangelischen Schule zu einer zweiklassigen wird seit langem angestrebt, jedoch ist noch zehnmal so viel Kapital dazu notwendig, als vorhanden ist. Da die Gemeinde zu verschiedenen Zwecken sehr große Abgaben zu leisten hat und deshalb an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt ist, so kann sie, so leid es ihr tut, zu diesem von ihr ersuchten Ziele so gut wie nichts beitragen. Es wird deshalb an alle edlen Volks- und Glaubensgenossen die inständige Bitte um ausgiebige Hilfe zum Schulerweiterungsfonds gerichtet.

Hohenbach 1907

Church choir

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Feb 1907, p. 10.
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Evangelischer Kirchenchor.

Am zweiten Weihnachtsfeiertage wurde hier ein evangelischer Kirchenchor gegründet. Demselben ist die der Schulpflicht entwachsene Jugend beigetreten. Der Kirchenchor hat den Zweck, an allen Sonn- und Festtagen, besonders an den letzteren, den Gottesdienst durch Vortrag mehrstimmiger Chöre zu verschönern. Unter Leitung des Lehrers J. Roland finden jeden Sonntag Übungsstunden statt.

Hohenbach 1907

Fire

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Feb 1907, p. 10-11.
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Schadensfeuer.

Am 19. Januar diesen Jahres um 6 Uhr abends brach bei einem hiesigen Kolonisten ein Brand aus, der in kurzer Zeit das Wohnhaus und die Stallungen in Asche legte. Sämtliches Geflügel, zwei Schwein, sowie viele Wirtschaftsgeräte sind ebenfalls ein Raub der Flammen geworden. Dank rasch herbeigeeilter Hilfe konnte der Brand auf diese Objekte lokalisiert werden und hat Gottes Vaterschutz unsere schöne Gemeinde vor großem Unglück bewahrt.

Die von Herrn Lehrer Fuchs gegründete Feuerwehr, die sich aufgelöst hatte, ist nun wieder erstanden. In den Vorstand wurden gewählt: Lehrer Roland, Präses Alfred Saipp, Obmann und Edmund Senft, Obmannsstellvertreter. Möge der Geist der Zwietracht, der, Gott sei’s geklagt, bei unseren Deutschen leider oft so viel Schaden anrichtet, in die Reihen der wackeren Feuermänner niemals gelangen.

Hohenbach 1907

Wedding

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Aug 1907, p. 10.
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Sonntag den 28. Juli diesen Jahres fand in der hiesigen evangelischen Kirche die Trauung des Fräuleins Nelli Zipser, Tochter unseres verehrten hochwürdigen Herrn Seniors Zipser, mit Herrn Ingenieur Hans Rudolf, k. k. Gewerbeschulprosessor in Reichenberg, einem hiesigen Kolonistensohn, statt. Es ist der sehnlichste Herzenswunsch der ganzen Gemeinde, dass Gottes reichster Segen das Brautpaar begleite, damit es in Zufriedenheit, stets Freude und Glück in allen Lebenstagen erfahre.

Hohenbach 1908

School extension

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Jan 1908, p. 8.
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Am 8. Dezember 1907 fand hier eine wichtige Gemeindeversammlung statt. Angesichts des Umstandes, dass die hiesige Schule schon seit vielen Jahren von weit über 120 Schulkindern besucht wird und in Erkenntnis dessen, dass die Arbeit mit so vielen Kindern übermenschlich ist und der Lehrer trotz größter Pflichterfüllung das Lehrziel kaum erreichen kann, unser heutiges Zeitalter aber Menschen mit gediegener Schulbildung braucht, ist es ein dringendes unaufschiebbares Bedürfnis, dass die hiesige Schule zu einer 2-klassigen erweitert wird und hat die Gemeinde den einmütigen gefasst: “Mit 1. September 1908 wird die hiesige Schule erweitert und ein zweiter Lehrer angestellt. Als Gehalt für diesen provisorischen Lehrer werden 900 K jährlich festgesetzt, dazu freie Wohnung und Beheizung.” Die Gemeinde kann dieser ihrer Aufgabe aber nur dann völlig nachkommen, wenn ihr ausgiebige gütige Unterstützung lieber Glaubensbrüder und teurer Volksgenossen zu teil wird.

R.[ollauer]