Goleszow Newspaper Articles 1900-1919

Goleszow 1911

School opening

Source: Evangelisches Gemeindeblatt für Galizien und die Bukowina, Nov 1911, p. 15.
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Seit 18. Oktober ist in Goleszow eine Winterschule eröffnet worden, der hoffentlich mit dem Schuljahre 1912 eine Schule mit Öffentlichkeitsrechts folgen wird.

Die Verhältnisse in der Kolonie sind bisher sehr traurige gewesen. Die Kinder gehen in eine rein-polnische Volksschule, wo sie um ihres Glaubens- und Volkstumswillen argen Unannehmlichkeiten ausgesetzt sind. Will der Vater eines seiner Kinder etwas Besseres lernen lassen, schickt er es in das polnische Gymnasium in Mielec, eine Stadt, die etwa 20 Minuten von Goleszow entfernt liegt.

Dort wieder erwarten das Kind neue Gefahren, die es schließlich, wie nachweisbar ist, dem Katholizismus in die Arme treiben. Die Kinder verstehen besser polnisch als deutsch, ja, sie verstehen den deutschen Pfarrer, der den Religionsunterricht erteilt, kaum, weil sie unserer geliebten Sprache, unserem Volke ganz entfremdet sind. Viel Schuld tragen daran die Familien selbst. Besonders einzelne Väter bemühen sich zuhause mehr polnisch als deutsch zu sprechen. Das ist eine Schande und ein großer Schaden für uns Deutsche.

Dem Schreiber dieser Zeilen hat ein Grundwirt in Goleszow sogar gesagt, er werde sein Kind, einen talentierten Knaben, mit dem 14. Jahre katholisch werden lassen! Dass ein evangelischer Grundwirt solche Worte überhaupt über die Zunge bringt, ist für uns Evangelische tief beschämend, für den betreffenden Wirt aber ein großes Armutszeugnis. Gott gebe, dass das bald anders wird! Der Anfang ist gemacht. Der Bund hat Hilfe zugesagt, der Schulverein will seine Unterstützung nicht versagen und die hochwürdigen Kirchenbehörden werden gewiß das Ihrige tun, um dieser kleinen deutsch-evangelischen Oase mitten im glaubens- und sprachenfremden Lande lebenskräftiges Wasser zuzuführen.

Einen Schulgrund und ein Friedhofsgebäude haben die Deutschen freiwillig unentgeltlich zur Verfügung gestellt, Bänke, Tafel usw. sind angeschafft, so dass mit Gottes Hilfe der Winterunterricht begonnen hat. Gott gebe auch, dass bald ein geprüfter, qualifizierter Lehrer im Dörfchen seinen Einzug hält.

Goleszow 1912

About the colony

Source: Deutsches Volksblatt für Galizien, 02.02.1912, p. 3.
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Bericht.

Die deutsche evangelische Siedlung Goleschow, 3 Kilometer südlich von Mielec, entstand durch die Ansiedlung deutscher Grundwirte aus den umliegenden deutschen Dörfern Hohenbach, Reichsheim und Deutsch-Padew. Die Siedlung ist eine der kleinsten in Galizien: sie zählt nur elf Grundwirtschaften mit 64 Seelen. Die Auswanderungsbewegung nach Posen hat auch der Siedlung Verluste gebracht. Die zwölf schulpflichtigen Kinder werden seit Beginn des laufenden Schuljahres von einer deutschen Lehrerin in einem Privathaus unterrichtet: früher mussten sie die polnische Schule in Ksiaznice besuchen. Vom 3. bis 4. Schuljahr an, schicken manche Eltern ihre Kinder nach Mielec in die Schule, wo sie von der 3. Klasse an auch in Deutsch unterreichtet werden.

In kirchlicher Beziehung gehört Goleschow zur evangelischen Pfarre in Hohenbach, welches den Deutschen in Goleschow auch völkischen Rückhalt gewährt. Wir hoffen, dass die junge, kleine Siedlung im Laufe der Zeit noch zu einer ansehnlichen, starken und schönen deutschen Gemeinde heranwächst! Heil!

Goleszow 1913

Christmas festivities

Source: Deutsches Volksblatt für Galizien, 17.01.1913, p. 5.
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Christbescherung und Danksagung.

Am 24. Dezember feierte unsere Gemeinde in der Schule das Christfest. Es wurden einige schöne Weihnachtslieder gesungen, der Lehrer hielt eine Ansprache, die Kinder trugen einige passende Gedichte vor. Hierauf folgte die Christbescherung. Der Vertrauensmann des Bundes, Herr. H. K. hielt eine Ansprache an die versammelten Eltern und Kinder, in der er auf die Opferwilligkeit des deutschen Schulvereins und des Bundes hinwies und zur Dankbarkeit und zum Festhalten am Deutschtum aufforderte. Dann wurden die Gaben, Kleidungsstücke, Schulsachen und Backwerk unter die Kinder verteilt. Glänzenden Auges und vor Freude strahlend gingen Jung und Alt heim. Dem löblichen Schulverein und der Bundesleitung sei aber nochmals herzlicher Dank für die Weihnachtsbescherung gesagt!